Mit jedem unserer handgefertigten Räuchermännchen verbindet uns nicht nur eine Menge Zeit und Liebe, sondern auch die eine oder andere kleine Episode. Sei es die tatsächlich existierende Legende vom "Zschorler Mondputzer" oder nur Meister Maulwurf aus dem Garten, dessen unablässiges Graben man ihm immer wieder nachsehen möchte - Inspiration genug für Christina Mothes, um während der liebevollen Bemalung immer öfters ein kleines Gedicht über unsere Räuchermännchen zu verfassen. Schliesslich hat jedes einzelne seine Geschichte - und die will erzählt sein!

Der geneigte Sammler hat hier die Möglichkeit, sich bisher verfasste Gedichte anzusehen, auszudrucken oder sich Appetit für den nächsten Erwerb eines unserer Räuchermännchen zu holen.

Wir wünschen viel Spaß!
Laasn un laasn lassen
(Mundart)

 
Bücherwurm & Leseratte
De PISA-Studie zeicht´s uns aa,
für´s Wissen werd net viel getaa,
drum, Leitle, nammt e Buch zer Hand,
dos bildet un is intressant!
Mit ´ner Tass Kaffee oder Tee
- gemietlich auf´m Kanepee -
dos is grod in dor Weihnachtszeit,
wu su viel Hektik weit un breit,
für Alt und Jung ne schiene Freid.
Ob Goethe, Kästner, Dürrenmatt,
bald schon verschlingste jedes Blatt,
un haste a mol mit geflennt,
zem Schluss gibt´s meist e Happy-End!

© C.M.
Dor Christbaamdieb
(Mundart)


Christbaumdieb
E Christbaam, festlich aageputzt,
dar darf net aussah wie gestutzt,
racht schie gewachsen un net krumm,
sonst haat´s dan Baam, wenn´s passt, noch um.
Un su en Baam, su ganz verstuhl´n,
im Wald vielleicht noch salber huhl´n,
für´n Arzgebirgler war´s fürwahr
dor grässte Spass vom ganzen Gahr!
Doch heit, ihr Leit, dos kennt ihr glaab´n,
kaa sowas ganz schie teier war´n!
Drum, wenn eich heit dos Fieber packt,
en Baam im Garten oogezwackt,
do brauchst dich net vor´m Färschter ducken,
bei jedem Knistern zammzezucken,
drum namm, wenn dich dor Hafer sticht,
vom Nachbar driem de Silberficht!

© C.M.
Maulwurfsglück

 
Maulwurf mit Gießkanne & Maulwurf mit Blume
Ein Maulwurf, samten, schön und schlau,
verliess klammheimlich seinen Bau
und dachte, weil der Tag so schön,
will ich ein Stück spazierengehn.
Für meine liebe Maulwurfsfrau
pflück ich ´ne Blume, ganz genau,
und statt ´nem Bad in einer Wanne,
spritz ich mich voll mit meiner Kanne,
und fühl mich drauf wie Hans im Glück,
kehr in mein Erdreich ich zurück.
So ist nicht jeder Maulwurfshügel
für einen Rasen nur von Übel.
Er sagt uns, wenn wir´s recht verstehn:
Hier wollt nur wer spazierengehn,
hier wollt nur einer still und leise
mal kurz entfliehn dem Lebenskreise,
das Fell sich wärmen in der Sonne,
mal Wasser schöpfen aus der Tonne,
und schliesslich - wieder frohgestimmt -
zurückkehrn in sein Labyrinth.

© C.M.
Dor Zschorler Mondputzer
(Mundart)


Mondputzer
Es werd erzählt, es war emol,
e Maa, dar hatt ´weng Alkohol.
Als dar nu von dor Kneip hamging,
dor Mond su schie am Himmel hing,
un of dor Stroß, dos is kaa Witz,
do war vom Reg´n su manche Pfitz.
In aaner Lach, schie gruss un glatt,
dor Mond sich nu gespiegelt hat.
Dar ziemlich aageschwipste Maa,
dar sah dan Mond im Pfitzel aa
un wunnert sich wie net gescheit,
dass Luna su weit unten heit!
Weil nu die Pfitz war net ganz klar,
dar Mond eweng verschwomme war.
Do macht dos Mannel net viel Ruß,
zieht fix sei Schnupptuch aus dor Hus
un hat versucht, dan Mond ze putzen,
es tat jedoch net racht viel nutzen.
Wielang dar nu die Prozedur
hot durchgeführt, dos ahn´mer nur,
bluss seit dar Zeit, dos muss mer sog´n,
do ham de Zschorler schwar ze trog´n.
A jeder, dessen Wiech hier stieht,
als Mondputzer durch´s Lab´n nu gieht,
när weil dar Depp, dos is fei wahr,
net hamging, wu ´d Stroß trocken war!

© C.M.
Vorsicht - ungeniessbar!

 
Steinpilz mit Schmetterling & Steinpilz mit Schnecke

Ich bin ein Rauchpilz, wie ihr seht,
mein Name nicht im Pilzbuch steht,
mein Bauch ist dick, mein Hut ist braun,
doch bin ich schwerlich zu verdau´n.

Aus mir, da macht man kein Gericht,
darum versucht es lieber nicht,
denn selbst nach stundenlangem Kochen
bleib ich so hart wie´n alter Knochen.

Zur Weihnachtszeit erfüllt mein Duft
vom Hutzenstübel gern die Luft;
im Sommer mach ich mir zu eigen,
die Mücken damit wegzutreiben.

Drum kann ich euch zu allen Zeiten
sehr hilfreich durch das Jahr begleiten,
denn ich bin immer guter Dinge
und paff genüsslich meine Ringe.

© C.M.

Weihnachtsmarkt im Arzgebirg
(Mundart)

 
Weihnachtsmarktbesucher
Im Arzgebirg zer Weihnachtszeit,
do is wass Gott racht schie,
un war mol in dam “Ländle” war,
dar gieht a wieder hie.
Dor Weihnachtsmarkt is weit un breit
de grässte Attraktion,
do gieht de Mutter mit dor Maad,
dor Vater mit senn Sohn,
dor Op, de Om, dor Onkel Franz
sei a gern mit dorbei,
un währ´nd se übern Markt flaniern,
haa´n se ä Werschtel nei.
Un wenn dor Mog´n noch rebelliert,
darf´s noch ä Äppel sei,
dar is kandiert un feierrut,
do beisst mer gerne nei.
E Glühwein, dar g´härt a dorzu,
dar macht e rute Nos,
ja - all´s in all´m - dor Weihnachtsmarkt,
dar macht uns allen Spass!

© C.M.
Der heisse Draht

 
Handy-Man & Quasselstrippe

Ach, was wär das Leben schon
ohne Kommunikation!
Man braucht´s, das kann man locker sagen:
zu reden, hören oder fragen,
Gespräche, ernst oder gewitzt,
wenn man sich gegenübersitzt.
Doch was tun, wenn einer fort,
sich aufhält an ´nem andern Ort?
Früher, ja, da half oft nur
ein Brief per Postillion d´amour,
doch heut fühlt man sich neu beglückt,
wenn man flink ein paar "Knöppeln" drückt,
und - schwupps - nach all dem Eingetippe
hat man den andern an der Strippe!
Nun redet man aus Herzenslust,
spricht von der Seele manchen Frust,
oder man plant und informiert -
per Telefon geht´s wie geschmiert,
und abgerechnet, das ist Fakt,
wird schliesslich im Minutentakt.
Sind die Gespräche lang und teuer,
dann wird die Rechnung ungeheuer!
Dabei erscheint noch nicht erwiesen,
dass Mädels viel mehr quasseln müssen.

© C.M.

Macht des Schicksals


Beamter
Das Leben hat schon seinen Sinn,
weil ich ein Beamter bin.
Anstatt acht Stunden lang zu schwitzen,
lässt es im Amt sich prima sitzen.
Doch manchmal wird der Dienst auch schwer,
gibt`s einmal keinen Kaffee mehr,
und es kann mühsam sich gestalten,
die Augen immer aufzuhalten.
Muss man vom Stuhl sich mal erheben,
kann´s üblen Muskelkater geben;
ach, dieser Job, denk ich dann so,
birgt in sich höchstes Risiko!
Doch so viel Stress schon in Gedanken
bringt meinen Gleichklang nur ins Schwanken.
Ich räkle mich auf meinem Thron -
und träume still von der Pension.

© C.M.
Glück auf, Schorsch!


Schorsch
Wer schreitet hier so forsch?
Ein Bergmann namens Schorsch!
Im Erzgebirge steht sein Haus,
und hier kennt er sich bestens aus.
Stets frohgelaunt zeigt er uns an,
was man hier so erleben kann.
Manch wunderschönen Wanderpfad
hat als Geheimtipp er parat.
Das "Arzgebirg", das ist ´ne Wucht,
das merkt, wer es einmal besucht,
drum folg dem Schorsch, sei sein Begleiter,
und du siehst besser, höher, weiter!

© C.M.
Olé - Olé - Olé


FCE-Kicker
Ich - Kicker hier beim FCE -
kick Bälle weit und in die Höh´!
Wenn ich mich durch die Abwehr zwänge
und frech und froh zum Tor hindränge,
wenn gar mein Schuss - extrem platziert,
fast unberührt ins Tor marschiert,
dann reißt´s die Fans, befreit von Zwängen,
mit Jubel hoch von allen Rängen!
Doch bleibt mir bitte auch gewogen,
wenn Gegners Ball ins Netz geflogen,
wenn ich, trotz Einsatz letzter Kraft,
den Anschlusstreffer nicht geschafft.
Ich seh uns auch - ob Frost, ob Hitze -
sehr gern an der Tabellenspitze
und würde gern, bin ich auch klein,
bald Erste Bundesliga sein!

© C.M.
Engelchen-Bengelchen


Engelchen-Bengelchen
Vom Himmel kam ich angeflogen,
mein Auftrag schien mir ausgewogen,
doch als ich sah, was hier passiert,
da fühlte ich mich angeschmiert.
Bisher saß ich - recht fromm und heiter -
am liebsten auf der Himmelsleiter,
doch nun soll ich den Menschenkindern
im Alltag manche Sorge lindern,
soll sie beschützen und begleiten
in guten wie in schlechten Zeiten.
So flieg ich hin - so flieg ich her,
ja, dieser Job ist oft recht schwer,
denn gar so mancher einfach denkt,
dass niemand die Geschicke lenkt.
Doch weil so viele auf mich warten,
bin immer ich bereit zum Starten.

© C.M.